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Historischer Friedhof Schenklengsfeld | kalirevier.net

Historischer Friedhof Schenklengsfeld

Historischer Friedhof Schenklengsfeld

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Beschreibung


Auf dem unteren Teil des Schenklengsfelder Friedhofs befindet sich der sogenannte historische Friedhof mit 270 handwerklich kunstvoll gestalteten Grabsteinen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, gefertigt aus heimischem Buntsandstein aus der Gemarkung Hilmes. Der Schenklengsfelder Friedhof wurde 1604 angelegt und zwar für die Verstorbenen des ganzen Kirchspiels. Am südlichen Eingang steht ein Predigerhäuschen aus dem 17. Jahrhundert. Das achteckige Holzgerüstbauwerk mit spitzem Turmhelm ist einer Kirchenkanzel nachempfunden, denn von hier aus hat der Geistliche (der Prediger) die Totenansprache gehalten. Die „sprechenden Grabsteine“ enthüllen dem Betrachter die im Volksglauben und Brauchtum verwurzelten Lebenswelten der Vorfahren.

Durch diese Härte des Gesteins bedingt sind noch jetzt die meisten aller Inschriften, die sich auf beiden Seiten der Grabsteine befinden, gut zu lesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die meisten der noch gut erhaltenen Steine aus der Zeit von 1780 bis 1870 stammen.

Auf der Vorderseite der Grabsteine finden wir stets die Lebensdaten der Verstorbenen, von künstlerisch aus dem Stein herausgearbeiteten Symbolen oder feinen Ziselierungen umgeben. Vorwiegend sind es Engelsgestalten, Ankerkronen, Blumen, Trauben und verschiedenartige Ornamente. Daneben erkennen wir auch Darstellungen von Personen, an vielen von ihnen ist die Landecker Tracht zu erkennen. Die Rückseite der alten Grabsteine zeigt immer den sogenannten „Leichentext“ auf.  Die Steintafeln sind bis zu 75 Zentimeter breit und fast ausschließlich über einen Meter hoch. Der obere Abschluss ist verschiedenartig, wobei Kleeblatt, Fächer und Hufeisenbogen in den verschiedensten Varianten vorkommen. Auch die Seitenteile sind sehr vielgestaltig und weisen ornamentale Bearbeitung auf.

Wissenswertes zum Historischen Friedhof

Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts befand sich der Schenklengsfelder Friedhof an der Kirche, als sogenannter Totenhof auch von einer Wehrmauer umgeben. Aus verschiedenen Gründen wurde um 1610 hier oberhalb des Weinbergs ein neuer Friedhof für das Kirchspiel Schenklengsfeld im Landecker Amt angelegt. Damals lag dieser neue Friedhof noch nicht inmitten des Ortes, sondern am Nordrand des Dorfes.

In den Jahren 1959 bis 1964 erfolgte die Errichtung dieser wertvollen Grabsteinsammlung, indem noch viele der auf dem gesamten Friedhof verstreut stehenden Grabsteine aus den vorigen Jahrhunderten zusammengetragen und unter fachkundiger Anleitung hier aufgestellt wurden. Der Historische Friedhof umfasst heute 275 Grabdenkmäler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert die in ihrer Gesamtheit einen beispielhaften Einblick in die Kulturgeschichte einer ländlichen Gemeinde (evangelisch-reformiert und zur Landgrafschaft Hessen-Kassel gehörig) erlauben.

Die Grabsteine lassen sich in ihrer Form und Ausgestaltung in die bekannten kultur- und kunsthistorischen Epochen der letzten Jahrhunderte einteilen, wobei sich die stilistischen Merkmale auch überschneiden können. Die ältesten Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert sind in ihrem Aussehen noch der Renaissance zuzurechnen.

Die einfachen rechteckigen Grabplatten mit Bogendach zeigen im Giebel auf beiden Seiten die Volute, ein schneckenartiges Stilelement der Renaissance.

Dieser Grabstein aus dem 17. Jh. ist 1818 wieder verwendet worden, indem das Giebelfeld abgeschliffen und das Gesims’ durchbrochen wurde, um die Verstorbenen in der Tracht der napoleonischen Zeit darstellen zu können.

Geflügelte Engelsköpfe sind zuerst im Kopfteil der Grabdenkmäler aus der Renaissancezeit zu sehen und formen später den oberen Abschluss der Grabsteine. So sind sie als die Vorläufer der Engel zu betrachten, die dann zur Barockzeit in unterschiedlichen Darstellungen den oder die Verstorbenen halten bzw. die Krone des (ewigen) Lebens über sie erheben.

Sie sind die größte Gruppe und präsentieren sich in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Der Formenreichtum erstreckt sich bis zu den sehr plastisch ausgearbeiteten und ausgeschmückten Grabsteinen des Spätbarocks und des Rokoko. Nach 1800 tritt das plastische Element der Ausgestaltung mehr und mehr zurück und geht zu einer eher graphischen Darstellung über.

Sinnbilder und Symbolpflanzen

Eine Anordnung des hessischen Landgrafen Moritz von 1608 verbot in den reformiert-evangelischen Gebieten die bildhafte Darstellung der göttlichen Personen sowie Darstellungen aus der biblischen Geschichte, außer den Engeln als Himmelsboten. Dadurch erklärt sich die Ausgestaltung der Steine auf der Vorder- und Rückseite mit Engeln, Kronen, Sternen, Blumen, Pinienzapfen, Pflanzenornamenten, Bibelzitaten und Flachreliefs der Verstorbenen und ihrer Familienangehörigen, jeweils in der Kleidung ihrer Zeit.

Ein immer wiederkehrendes Motiv im Oberteil der meisten Grabsteine ist die Krone, die als Lohn für ein gottgefälliges Leben erworben wird. So heißt es in der Offenbarung 2, Vers 10: Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

Wiederverwendete Grabsteine

Sehr viele Grabsteine wurden von den Familien für später verstorbene Angehörige ein zweites oder gar drittes Mal verwendet, da es hier Familiengrabstätten gab. Beim Vergleich der Kopfteile lässt sich feststellen, dass die von Engeln umrahmte Person(en) nachträglich vertieft eingearbeitet worden ist.

Gelegentlich kann die Wiederverwendung auch am geänderten Schriftbild beobachtet werden. Oder das Todesjahr der Verstorbenen weist in eine viel spätere Zeit als die Zeitepoche, der der Grabstein zugerechnet werden muss. Das Gesims wurde für die nachträgliche Einarbeitung der vertieft liegenden Figurinen unterbrochen.

Die Leich(en)=Texte

Auf der Rückseite der Grabsteine sind genau bezeichnete Bibel-Zitate oder -Sprüche, die der Prediger für seine Trauerreden auswählte zum Trost der Hinterbliebenen und der Gemeinde. Sie sind ein Teil jener Volksfrömmigkeit der früheren Jahrhunderte, als in den Familien noch aus der Bibel vorgelesen wurde.

Hier ein Beispiel:

Psalm 126 v. 5 u. 6: Die mit Thränen säer, werden mit Freunden erndten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen u. kommen mit Freuden u. bringen ihre Garben.

Die rostigen Eisenstücke

Auf einigen der barocken Grabsteine sind die Halterungen für einen runden und verzierten Aufsatz aus Sandstein, wie er als Stil- und Schmuckelement dieser Zeit üblich war. Der Aufsatz hat die Form eines Pinienzapfens, denn aus dem Holz der Pinie (eine Art Kiefer des Orients) war der Überlieferung nach das Kreuz Jesu gemacht worden.

Rote, blaue und schwarze Farbreste beweisen auch, dass die Grabdenkmäler der Barockzeit (18. Jh.) farbig bemalt waren.

Grabdenkmäler aus Holz oder Gusseisen

Nicht alle Familien konnten sich die oftmals aufwendig gearbeiteten und wohl auch teuren Grabsteine leisten. So gab es auf diesem Friedhof auch hölzerne Grabtafeln.

Vom Volkskundler Karl Rumpf ist ein solches Holzkreuz für die Zeit um die Jahrhundertwende überliefert. Die nebenstehende Abbildung zeigt die für das Landecker Amt übliche Form einer solchen Grabtafel. Eine Nachbildung steht im kleinen Friedhofsmuseum.

Die den Älteren noch bekannten gusseisernen Grabkreuze wurden hier schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellt. Auch dazu ein Brief des Pfarrers vom 26.6.1878 an den Kircheninspektor:

Die Witwe Maria Elisabeth Lesch geb. Rüger zu Unterweisenborn beabsichtigt, auf dem Grabe ihres am 22. Mai 1877 beerdigten in rubro genannten Ehemannes ein gusseisernes, etwa 1 m hohes, auf einer entsprechenden Steinunterlage ruhendes Denkmal errichten zu lassen. Da dieselbe sich in guten Vermögensverhältnissen befindet, so beantrage ich gehorsamst die Gestattung zur Errichtung des Grabdenkmals gegen eine an den hiesigen Kirchenkasten zu entrichtende Abgabe von 15 Mark zu erteilen.

Wackerbarth, Pfarrer

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