Büttnerei
Büttnerei
Beschreibung
<p><strong>Historie</strong><br />
Die Technik war bereits in der römischen Kaiserzeit, im 1. Jhd. v. Chr., bekannt. Im Mittelalter standen die Büttner in so enger Verbindung mit den Bierbrauereien und Winzern, dass sie in der gleichen Zunft organisiert waren. Im Zunftzeichen der Büttner findet sich der Bandhaken. Damit wurden die Fassreifen über die Holzstäbe, Dauben genannt, gezogen. Wie viele andere Handwerksberufe wurde auch die manuelle Fassherstellung durch das Erstarken der Industrie zurückgedrängt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Holzfässer für Bier und Wein durch Kunststoff- bzw. Aluminium- und Edelstahlbehälter ersetzt. Aber es gibt sie heute noch, die großen und kleinen Büttnereien.</p>
<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/08/08_03_02_Zunftzeichen_Buttner_wikipedia.jpg" /></p>
<p><em>Zunftzeichen eines Küfners mit den gekreuzten Bandhaken ©RuWild</em></p>
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<p><strong>Fassherstellung</strong><br />
Das Fassmachen beginnt im Wald, denn die Holzqualität muss stimmen: Gerader Faserverlauf und angenehmer Geruch sind entscheidend. Nach mehreren Jahren Lagerzeit ist das Holz bereit für den Produktionsprozess. Die Dauben werden auf Maß gebracht und an den Enden verjüngt. Fugen sorgen für nahtloses Ineinandergreifen. Biegsam werden die Dauben über Feuer oder Wasserdampf oder durch das Zusammenziehen mit einer Fasswinde. Die übergezogenen Fassbänder halten das Ganze zusammen. Mit Hobeln werden die Oberflächen geglättet. Für die Böden werden zusammengesetzte Hölzer eingepasst. Zum Abschluss werden Spund- und Zapflöcher gebohrt und das Fass gereinigt.</p>
<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/08/08_03_03_Fassherstellung_wikipedia.jpg" /></p>
<p><em>Fassaufbau mit Holzdauben und Eisenbändern ©Flominator</em></p>
<hr />
<p><strong>In unserem Dorf</strong><br />
Die größten Auftraggeber für Büttner waren die Brauereien – auch in Friedewald. 1865 kam der Philippsthaler Ludwig Zinn ins Dorf, um eine Brauerei zu gründen. Eigentlich selbst Büttner, arbeiteten ihm dann die ansässigen Büttner zu. Zur Verwendung als Bierfass wurden Holzfässer gepicht, also mit Pech abgedichtet, um dem Verlust von Kohlensäure vorzubeugen. Ludwig Zinn errichtete eine Gastwirtschaft auf dem Platz der ehemaligen Apotheke. Diese war zuvor beim „Großen Brand“ in Flammen aufgegangen. Im Haus gegenüber befand sich die Brauerei. Sein Sohn betrieb das Unternehmen noch bis 1915. Mit der Brauerei verschwanden auch die Büttner aus dem Ortsbild.</p>
<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/08/08_03_04_Gaststaette_zur_Post.jpg" /></p>
<p><em>Gaststätte der Brauerei Zinn in Friedewald ©Wilhelm Bleitner</em></p>
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