Blaudruckerei

Blaudruckerei

Broterwerb

Beschreibung


<p><strong>Kulturerbe Blaudruckverfahren</strong><br />

Diese Technik ist erst im 17. Jhd. in unsere Breiten gekommen. Niederl&auml;ndische Reisende haben sie zusammen mit der Indigo-F&auml;rberpflanze aus Ostindien mitgebracht. Bis dahin verwendete man zum Blauf&auml;rben die Waidpflanze, doch diese war lange nicht so ergiebig.&nbsp; Im 18. und 19. Jhd. war der Blaudruck dann in Mitteleuropa stark verbreitet und nahm auch Einfluss auf die b&auml;uerliche Trachtenmode. Als um 1900 der Anbau von Flachs, und damit die l&auml;ndliche Herstellung von Leinengewebe, nachlie&szlig;, wurde den meisten Blaudruckern die Arbeitsgrundlage entzogen. Zeitgleich &uuml;berschwemmten industriell gefertigte Stoffe den Markt. Das waren sicher auch die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Aufgabe der Friedewalder Blaudruckerei F. W. Peter um 1900. Aktuell gibt es noch zw&ouml;lf Blaudruckerein in Deutschland. 2018 wurde der Blaudruck als gemeinsames Kulturgut von Deutschland, &Ouml;sterreich, Ungarn, Slowakei und&nbsp; Tschechischer Republik als immaterielles Kulturerbe von der <a href="https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/blaudruckverfahren">UNESCO</a> aufgenommen.</p>

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<p><strong>F&auml;rberwaid</strong><br />

Zur Farbstoffgewinnung wurden im sp&auml;ten Fr&uuml;hjahr die Blattrosetten geerntet und in angewelktem Zustand in der Waidm&uuml;hle zu Waidmus zerquetscht. Nach zweiw&ouml;chiger G&auml;rung verkaufte man sie als &bdquo;Waidkugeln&ldquo; an Waidh&auml;ndler. Mit Urin befeuchtet, g&auml;rten sie dort erneut. F&uuml;r die sog. Waidpinkler &ndash; bis max. 14 Jahre alte Jungen &ndash; gab es daf&uuml;r Bier. Erst nach der Lagerung von zwei Jahren gelangten sie in F&auml;rberh&auml;user. Nach der dritten G&auml;rung war der dabei entstandene Sud, die &bdquo;K&uuml;pe&ldquo;, dann zum F&auml;rben bereit.</p>

<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/05/05_03_02_Farberwaid_Stefan_Lefnaer_2014.jpg" /></p>

<p><em>F&auml;rberwaid-Pflanze &copy;Stefan.lefnaer</em></p>

<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/05/05_03_03_Waidmuhle_1752.jpg" /></p>

<p><em>Waidm&uuml;hle in Th&uuml;ringen, 1752&nbsp;&copy;Daniel Gottfried Schreber</em></p>

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<p><strong>Das blaue Wunder</strong><br />

Der Stoff wird am Kron- oder Sternreifen genannten Eisenrahmen befestigt und langsam in die K&uuml;pe getaucht. Beim Herausziehen hat er zun&auml;chst einen gr&uuml;n-gelben Farbton. Erst wenn der Stoff an der Luft oxidieren kann, erlebt man das blaue Wunder. Je h&auml;ufiger der Tauchvorgang wiederholt wird, desto intensiver das Blau.</p>

<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/05/05_03_04_Blaues_Wunder.jpg" /></p>

<p><em>Josef Ko&oacute;, Original Indigo Blaudruck im Burgenland&nbsp; &copy;Robert Kalb</em></p>

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<p><strong>Model</strong><br />

Blaudrucker h&uuml;ten ihre Model&nbsp;wie einen Schatz, einige Hundert k&ouml;nnen es schon sein und manchmal 400 Jahre alt. Urspr&uuml;nglich wurde das Muster mit Stemm- und Stecheisen aus Buchsbaumholz herausgestochen. Seit dem 19. Jdh. stellen die sog. Formenstecher auch Model&nbsp;her, bei denen das Muster aus feinen Messingstiften und -platten in Birnbaumholz eingeschlagen wird. Es gibt Model&nbsp;f&uuml;r unterschiedlichen Einsatz: Kanten, Kanten mit Eckst&uuml;cken, F&uuml;llmuster und Einzelmotive. Biblische Motive, Jagdszenen, Ornamente, Tiere und Blumen stehen zur Auswahl.&nbsp;Auch ganz <a href="https://www.bisovsky.com/">aktuelle Mode</a> l&auml;sst sich damit entwerfen.</p>

<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/05/05_03_05_Blaudruck_Model.jpg" /></p>

<p><em>Verschiedene Model&nbsp;aus Holz &copy;hv</em></p>

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