Wasserburg
Wasserburg
Beschreibung
<p><strong>Standort</strong><br />
Friedewald lag am wichtigsten Handelsweg Hessens – den Kurzen Hessen. Dieser verband die Messestädte Frankfurt am Main, Eisenach und Leipzig auf kürzerem Weg als die Langen Hessen, die weiter nördlich über Homberg und Eschwege verliefen. Die strategisch günstige Lage erlaubte das Eintreiben von Wegezoll. Im Gegenzug boten die Soldaten der Landgrafen Schutz vor Dieben. Ebenso diente es den Grafen als Jagdschloss. Denn von der Burg aus ließ sich das wildreiche Jagdgebiet des Seulingswaldes ideal erschließen.</p>
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<p><strong>Der Eigentümer Heinrich III.</strong><br />
Heinrich III. von Hessen wurde 1440 geboren und starb mit 83 Jahren in Marburg. Ab 1458 war er Landgraf von Oberhessen in Marburg und heiratete Anna von Katzenelnbogen. Nach dem Tod von Annas Vater Philipp, 1479, wurde er zu Heinrich „der Reiche“, denn sie erbten die gesamte Grafschaft Katzenelnbogen und das Recht, die lukrativen Rheinzölle einzutreiben. Die Grafschaft Hessen erweiterte sich damit nach Südhessen um Darmstadt und zum Rhein hin um St. Goar aus.</p>
<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/02/02_03_02_HeinrichIII.jpg" /></p>
<p><em>Landgraf Heinrich III. 1483, Marburg ©Otto Volk, HLGL</em></p>
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<p><strong>Der Baumeister Heinrich III.</strong><br />
Auch Hans Jakob von Ettlingen wurde 1440 geboren, starb aber erst 1507 in Ziegenhain. Zwischen ca. 1470 und 1500 wirkte er als hessischer Hofbaumeister für Heinrich III., Wilhelm III. und Wilhelm II. Ettlingen war ab 1474 mit dem Neubau in Friedewald beschäftigt. Ab 1479 ließ er gleichzeitig auch an den Burgen in Hauneck, Herzberg, Schloss Dörnberg/Neustadt, Marburg, Wolkersdorf, Ziegenhain, Rüsselsheim und Vacha neu, um- und anbauen.</p>
<p>Das Dokument „Bestallungsrevers“ von 1482 ist sein Anstellungsvertrag zum Baumeister und Diener auf Lebenszeit. Es beinhaltet auch seine Bezüge: 20 Albus/fl. (Münzgeld), 16 Viertel Korn, 20 Viertel Hafer, 2 Schweine, eine Kuh, 6 Hämmel, 10 Hühner, 8 Gänse, 4 Metzen Mohn, 1 Fuder Bier, 10 Fuder Holz, 1 Fuder Stroh, Hofkleidung halbjährlich, eine Wiese zu 3 Fuder Heu, einen Dienstpflug, einen Garten zu seinem „Muskrute“, freie Kost und „Futterung“ auf Dienstreisen und Ersatz bei Pferdeschaden. Festgelegt ist darin auch, dass er nicht ohne Zustimmung für andere Landgrafen tätig sein darf.</p>
<p>Um 1482 arbeitete Ettlingen wohl auch für den Hersfelder Abt Damian von Knoblauch, wofür er mit einem halben Gut zu Obergrenzebach und einem halben Gut zu Grenzebach (genannt das „Foißgut“) belehnt wurde.</p>
<p><img alt="" class="responsive" src="https://webapp.museum-friedewald.de/webeditupload/images/stationen/02/02_03_03_Ettlingen_Burgbauten.jpg" /></p>
<p><em>Burgbauten von Hans Jakob von Etllingen ©hv</em></p>
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<p><strong>Wehr- und Wohnbau im spätgotischen Stil</strong><br />
Wall und Graben und meterdicke Mauern zeigen sofort: Dieser Bau diente der Verteidigung. Übernahme und Raub sollten verhindert und der zahlreichen Burgbevölkerung Schutz geboten werden. Die wehrhaften Türme wurden auch als Gefängnis-, Brauhaus- und Kapellenturm genutzt. Im Inneren beherbergte die Wirtschaftseinheit Burg Räume wie den großen Saal, die Küche und die Schmiede. Der Trinkwasserbrunnen sorgte für Unabhängigkeit. War der Burgherr Heinrich III. mal anwesend, bewohnte er mit seiner Familie die oberen Etagen. Zu den Burgbewohnern zählten Wachleute, Handwerker und Landarbeiter und natürlich Mägde und Knechte.</p>
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